10. Juli 2015 by Tavatamo
Tanz
Bewegung und Transformation
Tanzen regt das innere Feuer an. Ein Tanz, der ganz der Hingabe an das eigene innere Feuer gewidmet ist, verbrennt, was keinen Bestand mehr hat, und legt frei, was sich zeigen will. Tanz ist deshalb ein gutes Mittel, um Wandel und Transformation zu beschleunigen. In der Selbstvergessenheit des Tanzes öffnen sich Zugänge zu Wissen und Heilung. Tanz ist ein Tor zur Transzendenz.
Bewegungen, die man Tanz nennen kann, durchziehen das gesamte Universum, vom Spiel der subatomaren Teilchen bis zu den Planetenbewegungen. Die Großartigkeit dieser Bewegungen kann als Ausdruck eines göttlichen Tanzes gesehen werden, der alles ergreift und dem der Mensch sich nicht entziehen kann.
So hat er seit alters her Tänze gefunden, um mit Gott und der Welt eins zu werden. Das göttliche Prinzip des Tanzes ist beispielsweise in der Darstellung des hinduistischen Shiva versinnbildlicht, dessen Wesen sich als ewiger Tanz erfüllt, und von Jesus ist sinngemäß der Ausspruch überliefert: „Wer nicht tanzt, hat nicht verstanden.“ (Apokryphen)
Wer die Natur des Tanzes begreift und nutzt, hat ein mächtiges Werkzeug an der Hand. Der Tanz wird „heilig“, wenn er über die Begrenzung hinausführt und den Moment an die Ewigkeit anschließt. Das bringt Tanzende mit ihrem überzeitlichen Kern in Verbindung – so wie es auch in der Meditation geschieht. So wird der Tanz eine Meditation mit dem Körper.
In der Hingabe an die göttliche Quelle aller Tänze ist es dem Tänzer möglich, mit seinen Bewegungen, sogar mit dem kleinen Finger riesige Energiemengen zu bewegen, zu reinigen, zu ordnen, zu lenken und beispielsweise auch in ein Thema fließen zu lassen.
Ist die Ausrichtung klar und die Hingabe vollständig, übergibt der/die Tanzende die „Handlungsvollmacht“ an Gott und der Tanz kann Wunder bewirken. Dann wächst, was wachsen soll, dann verändert sich, was anders werden will. Dann entfesselt der Tanz die Kraft des Hier und Jetzt und die Freude des lebendigen Seins in einem Körper.