7. Juli 2015 by Tavatamo
1+1=1
Einheit, zu zweit
Das männlich–weibliche Prinzip durchzieht die gesamte Schöpfung. Der geschlechtliche Antagonismus ist lebendige Energie, ein Tanz überall in der Natur und im Universum. So wird es im Symbol des miteinander wirbelnden Yin und Yang versinnbildlicht. Wenn wir das „göttliche Liebesspiel“ der Geschlechtlichkeit als die Essenz der Lebendigkeit erkennen, dann können wir auf dieser Basis Gefühle von Schuld und Scham, von Machtspielen und Manipulation überwinden, die seit langer Zeit die Begegnung der Geschlechter belasten.
Sexualität ist Ausdruck von Lebenskraft und Lebensfreude. Sie wieder als die Hochzeit von König und Königin, von Gott und Göttin zu verstehen, reinigt sie von den Überlagerungen und Instrumentalisierungen, deren Opfer sie im Laufe der Geschichte wurde. Dann nehmen wir den Partner nicht mehr als Geisel für das eigene Glücklichsein oder brauchen ihn, um Defizite zu kompensieren. Vielmehr treffen sich zwei Ganzheiten, um gemeinsam das Ganzsein zu feiern.
Dass ein Mann auch weibliche Anteile in sich trägt, und die Frau mit männlichen Anteilen ausgestattet ist, entspricht im Yin-Yang-Symbol den jeweils andersfarbigen Punkten „im Eigenen“. Beide Anteile wollen gewürdigt, integriert und gelebt sein. Die Achtung des eigenen und des anderen geschlechtlichen Prinzips in sich selbst und im Partner öffnet den Weg zu geistiger Freiheit und zu seelischer und körperlicher Heilung.
Mit der Bewusstwerdung kann sich die Bindung an belastende Gefühle lösen. Alte Prägungen und leidvolle Erinnerungen werden jetzt schneller überwunden. Dann ist die geschlechtliche Vereinigung wieder wie ein Gottesdienst – ein Fest zu Ehren der Geschlechtlichkeit, ein Fest der Vermählung von Himmel und Erde, ein Bekenntnis zum Inkarniertsein und zur Verankerung im irdischen Körper.
Heilende Energie fließt, wenn das Paar sich auf den göttlichen Ursprung der körperlichen Vereinigung ausrichtet. Sexualität ist ein mächtiges Tor zur Transzendenz und ein Weg, die Vereinigung mit dem Göttlichen in sich selbst zu erfahren und den Körper wertzuschätzen als Tempel für das Licht und die Liebe.
Paare mit einem erfüllenden, von alten Erwartungen befreiten Liebesleben beschenken sich nicht nur gegenseitig. Sie strahlen ihre Harmonie, ihr Aufgehobensein in sich wie im Anderen wohltuend in ihre Umgebung aus. Auch wer keinen Partner hat oder physisch nicht aktiv ist, kann das geschlechtliche Prinzip ehren und sich dazu in heilsame Schwingung bringen, z.B. mit einem Shiva-Shakti-Feuerritual.