15. Juni 2015 by Tavatamo
Dankbarkeit
Ein Bewusstseinszustand
Üblicherweise sind wir dankbar, wenn wir beschenkt werden. Dankbarkeit fällt nicht schwer, wenn wir etwas Schönes erhalten, das wir uns gewünscht haben. Aber „grundlos“ dankbar sein, sich auch bei Widrigkeiten freuen können?
Es beginnt damit, erst einmal alles anzunehmen, so wie es ist. Es beginnt damit, JA zu sagen statt nein – JA zur Zusammengehörigkeit von Allen und Allem. Durch positive Zuwendung, die wirklich von Herzen kommt, geben wir Personen, Dingen und Situationen die Gelegenheit, in einen gemeinsamen Fluss zu kommen. Sollte es Anteile geben, die mit der Gemeinsamkeit noch Schwierigkeiten haben, erhalten sie durch unsere positive Zuwendung einen heilenden Impuls und die Chance zur Transformation.
Durch das Meditieren wird es möglich, aus dem von Polaritäten durchzogenen Denken herauszugehen. Es wird möglich, eine ablehnende Haltung zu überwinden und Sinnhaftigkeit auch dort zu respektieren, wo sie (noch) nicht erkennbar scheint.
Mit einer annehmenden Haltung wird deutlicher, dass wir in jedem Moment beschenkt werden – mit dem Leben und mit der gesamten Schöpfung, deren Teil wir sind. Vieles nehmen wir als selbstverständlich. Ob klein, ob groß – alles ist Wert, bewusst wahrgenommen und als Teil der großen Gemeinsamkeit gesehen zu werden. Das „JA der Dankbarkeit“ unterstützt die Verbundenheit, das Wachstum und die Heilung – in uns und um uns herum.
Um Geschenke entgegennehmen zu können, müssen die Hände frei sein. Das bedeutet: wir sollten Altes loslassen, wenn wir Neues empfangen wollen. Dankbarkeit hat also auch mit Loslassenkönnen zu tun. Beschenkt wird, wer freigebig ist. So gerät der Fluss des Gebens und Nehmens nicht ins Stocken, und Dankbarkeit wird zur selbstverständlichen Begleitung dieses Fließens.
Manchmal weigern wir uns, beschenkt zu werden, wir können oder wollen die Geschenke nicht erkennen. Gründe dafür mögen in verletzenden Erfahrungen der Vergangenheit liegen, die nach Erlösung rufen. Dann sollten wir uns wieder die Erlaubnis geben und JA sagen – und damit auch JA zu uns selbst, inklusive aller Zweifel und Vorbehalte, die uns beschäftigen. Dann beschenken wir uns nämlich selbst: mit unserem göttlichen Kern, der uns befähigt, Dualität zu überwinden und das wahre Selbst zu leben. Prägt sich diese Erfahrung dem Bewusstsein ein, wird Dankbarkeit zum Dauerzustand, zum treuen Begleiter durch dick und dünn.