Meditation

Meditation: nach Hause kommen

Dass Meditieren eine wohltuende Wirkung auf körperlicher, emotionaler, geistiger und spiritueller Ebene hat, ist hinreichend beschrieben und wissenschaftlich untersucht worden. Meditieren harmonisiert die Prozesse im Körper ebenso wie den Gefühlshaushalt; es hilft, die Gedanken zu ordnen, und es öffnet das Tor zu den inneren Schätzen.

In der Stille finden wir Zugang zum Kern unseres Wesens. Mit diesem unsterblichen Kern, der reine Liebe ist, können wir uns in der Meditation bewusst verbinden. Wir lassen die wertende Polarität der Alltagswelt hinter uns und nehmen alles an, wie es ist. Meditation ist die liebevolle Zuwendung zum Hier und Jetzt – mit Absicht, doch ohne Ziel.

Störende Gedanken treten immer mehr in den Hintergrund, wenn wir uns mit dem Gedankenstrom nicht identifizieren, sondern ihn lediglich als Betrachter wahrnehmen und vorüberziehen lassen. Bei regelmäßiger Praxis fällt es dann im Alltag leichter, die innere Führung anzunehmen, nachhaltigere Entscheidungen zu treffen und ein erfüllteres Leben zu führen. Die Stille bringt Frieden und Klarheit.

Wenn wir schließlich das gesamte Leben als eine Art Meditation verstehen, dann ist es gar nicht erforderlich, täglich stundenlang in womöglich unbequemer Haltung zu verharren. Wenn wir jeden Atemzug, den wir tun, jedes Wort, das wir sprechen, jeden Schritt, den wir gehen, als meditative Praxis ansehen, werden wir achtsamer und liebevoller uns selbst und der Welt gegenüber. Spätestens dann wird klar, dass Meditation nicht Weltflucht ist, sondern Weltzuwendung. Meditation ist ein Geschenk, das wir der Welt und uns selbst machen.